American Airlines erhält voraussichtlich 12 Milliarden Dollar an Hilfe

Zur Bewältigung der Krise im Luftfahrtsektor scheint eine interventionistische Politik das Gebot der Stunde zu sein.

Die Lage in der Welt

Vorerst sind die amerikanischen Fluggesellschaften am besten dran. Der Plan zur Unterstützung der amerikanischen Wirtschaft, über den abgestimmt wurde, würde ihnen einen Umschlag von 50 Milliarden Dollar garantieren. Zum einen 25 Milliarden Dollar direkt für die Zahlung von Renten und Gehältern und zum anderen Kreditgarantien in Höhe von 25 Milliarden Dollar.

Aber diese Hilfe wird unter mehreren Bedingungen gezahlt. Vor allem die amerikanischen Fluggesellschaften werden nicht in der Lage sein, bis Ende September Entlassungspläne aufzustellen. Außerdem müssen sie ihre regionalen Routen in den nächsten zwei Jahren beibehalten.

Die beiden wichtigsten betroffenen Unternehmen in den Vereinigten Staaten wären American Airlines und Delta Airlines. Es wird erwartet, dass sie einschließlich Kreditbürgschaften 12 bzw. 11 Milliarden Dollar erhalten werden. Das sind phänomenale Summen, die es ihnen ermöglichen sollten, während der Krise zu überleben und Chancen zu nutzen, wenn sie vorüber ist.

Aber die US-Regierung ist nicht die einzige, die ihren Unternehmen zu Hilfe kommt.

Auf der asiatischen Seite hat Singapore Airlines von ihrem Mehrheitsaktionär, dem Temasek-Fonds, die Genehmigung erhalten, ihr Kapital in Höhe von 15 Milliarden Singapur-Dollar (umgerechnet 9,6 Milliarden Euro) zu öffnen. Damit kann das Unternehmen 3,4 Milliarden Euro in neuen Aktien und 6,2 Milliarden Euro in Wandelanleihen ausgeben. Darüber hinaus wird erwartet, dass ein Darlehen von 2,5 Milliarden Euro zur Eröffnung der Hauptstadt der Fluggesellschaft hinzugefügt wird.

Näher zu Hause, im Nahen Osten, kündigte der Emir von Dubai an, dass er der Fluggesellschaft Emirates zu Hilfe kommen werde. Diese Hilfe sollte in Form einer Kapitaleinlage erfolgen.

Regierungsinterventionen in Europa

In Europa wurde der Interventionismus mit der Renationalisierung des Unternehmens Alitalia auf starke Weise veranschaulicht. Eine Entscheidung, die vielleicht nicht isoliert getroffen wird, da Gespräche zwischen dem Management von Brussels Airlines und der belgischen Regierung eingeleitet wurden.

Ansonsten sind fast alle großen Fluggesellschaften in Gesprächen mit ihren jeweiligen Staaten über mögliche Hilfen zur Überwindung der Krise.

So wird erwartet, dass Air France-KLM 6 Milliarden Euro an Beihilfen erhält. Diese Hilfe kommt zu den Kurzarbeitsmaßnahmen hinzu, die es ihnen ermöglicht haben, ihre Lohnkosten um 80% zu senken, sowie zu den Steuer- und Gebührenstundungen für den Zeitraum März bis Dezember. Die Hilfe wird gemeinsam von der französischen und der niederländischen Regierung durchgeführt. Der französische Staat seinerseits sollte für 4 Milliarden der 6 genannten 6 bürgen.

Mittelfristig sind mehrere Entscheidungen für die Gruppe vorgesehen. Insbesondere eine ähnliche Lösung wie die der Singapore Airlines, die in einer Öffnung des Kapitals durch die Ausgabe neuer Aktien und Wandelanleihen besteht.

Doch vorerst bleiben die Verhandlungen offen.